Gerd Sonntag, D

- Köpfe / Heads -

Wir laden Sie herzlich ein:

am Freitag, den 26. September 2003, von 18-21 Uhr.

Gerd Sonntag wird während der Ausstellungseröffnung anwesend sein.

Ausstellungsdauer: 26.09.2003 - 08.11.2003

 

Köpfe haben Gesichter. Gesichter haben Ausdruck. Sie sprechen mit uns, bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt. Freude, Ängste, Unmut, Leiden, das Innere offenbart sich auf vielfältige Weise und drängt sich dem Gegenüber mitunter fast auf. Was aber passiert beim Anblick der gläsernen Köpfe, die sich regungslos, auf wenige Umrisse reduziert und dennoch als solche erkennbar, dem Betrachter fast stolz entgegensetzen?

Lichtspiele von lebendigen Farben auf transparentem Untergrund, ebenso unbändig und expressiv wie die aufgebrochenen, zerrissenen Formen der gläsernen Silhouette, fesseln den Blick an die Skulptur. Die Gegenständlichkeit taucht ab und doch treten Seelenzustände zu Tage, die in ihrer Interpretation freier und vielfältiger sind und über mehr Ausdruck verfügen, als ein Kopf, der die erwarteten Attribute aufzuweisen vermag. Trotz zurückhaltender Zeichen- und Symbolsprache, trotz Reduktion auf das Wesentliche und den Verzicht auf Details, entsteht der Eindruck von Lebendigkeit und Plastizität, nicht zuletzt durch das Spiel konkaver und konvexer Formen des Glases, gepaart mit den leuchtenden Farben.

Der Maler, Zeichner und Glaskünstler setzt bei jedem Werk mit einer Zeichnung ein. Die Malerei ist für ihn Zentrum und Ausgangspunkt seines Schaffens und prägt letztlich die ganze Fülle seiner Arbeiten, unabhängig von Material und Werkstoff. In einer Zeit, in der man glaubt alles gesehen zu haben, nichts Unerwartetem mehr zu begegnen, wird man vielleicht eines Besseren belehrt.

Gerd Sonntag, 1954 in Weimar geboren und in der DDR als Künstler lange Zeit zurückgewiesen, gehört zu einer Generation von Malern und Bildhauern, die in den 1980er Jahren eine neue Richtung in der Kunst einschlugen und diese populär machten. Freizügiger und kompromissloser setzten sie ihre Ideen mittels eigener, neuer Ausdrucksformen um und wendeten sich gegen die starre und überkommene Kunst im Osten Deutschlands. In seiner Entwicklung längst nicht abgeschlossen, unternahm er mehrfache Reisen, besonders in die Vereinigten Staaten, bei denen er die Bekanntschaft mit zahlreichen Künstlern, Literaten, Kuratoren, Sammlern und Händlern machen konnte. Seit 1989 fanden seine Arbeiten Anklang bei renommierten Ausstellungen und Museen in New York sowie Messen in Chicago, die seine internationale Bekanntheit und seinen Erfolg forcierten. Heute sind seine Werke in vielen wichtigen Sammlungen und Museen vertreten.

1954 in Weimar geboren 1961 bis 1973 Besuch der Volks-Kunstschule in Jena, Klassen: Malerei, Skulptur, Musik und Keramik 1972 erste Personalausstellung im Stadtmuseum Jena 1973 Studium an der Kunsthochschule in Leipzig/ Exmatrikulation im selben Jahr auf eigenen Wunsch 1977 Übersiedlung nach Ost-Berlin. Bis 1980 Arbeit als Heizer, Steinmetz und Telegrammbote 1980 bis 1982 Stipendium der Akademie der Künste Ost-Berlin, Meisterschüler bei Theo Balden / Teilnahme an der Ausstellung "Der ungehorsame Maler" in Berlin-West 1983 seit dieser Zeit freischaffend tätig 1988 erste Personalausstellung in Westeuropa mit Unterstützung von BBC in London/ erste Ankäufe der Sammlung Deutsche Bank. Aufnahme als Mitglied im Verband Bildender Künstler. Reisen in die Karibik, Mexico, Litauen und Ausstellung in Havanna 1989 Einladung nach New York zur Teilnahme an den künstlerischen Feiern zum 200. Jahrestag der französischen Revolution gemeinsam mit den Dramatikern Jochen Berg und Heiner Müller. Personalausstellung in THE BROOKLYN MUSEUM OF ART, New York 1990 seit dieser Zeit Teilnahme an Kunstmessen in Chicago 1990 bis 1999 Reisen in die USA, Mexico und Litauen Verschiedene Wanderausstellungen in Europa und in den USA 1991 Gründung der kommerziellen IMKABINETT Galerie in Berlin zusammen mit Jörg Schmidt-Dievenkorn und den Geschäftsführern der Galerie 1994 erste Arbeiten für die Droysen Keramik-Galerie in Berlin Beginn und Abschluss einer umfangreichen Arbeit für die Sammler Sylvia und Dirk Gädeke 1994 bis 1996 Entstehung der Skulpturen und Bilderfolge "Die Geburt der Saliha" mit anschliessender Veröffentlichung 1998 gemeinsame Ausstellung mit Herrmann, Killisch und Libuda "Sphinx im Magnetberg", Skulpturen aus Glas und Terrakotta im Berliner Wasserspeicher, 2000 erste Ausstellung der Schriftbilder in Kunstraum Stolzenburg-Stüber, Berlin-Mitte 2000 Teilnahme an der internationalen Ausstellung "De la couleur et du feu, céramiques d´artites de 1885 à nos jours, Vereinigte Museen Paris und Marseilles. Seit 1989 vertreten von Mallet Fine Art, New York.

Museo Nacional Havanna
Altes Museum,
Berlin
Kupferstichkabinett, Dresden
The Hugh Lane Municipal Gallery of Modern Art, Dublin
Berlinische Galerie, Berlin
Art Centre, Wales
The Mackintosh Museum, Edinburgh
Kunstmuseum, Bonn
The Brooklyn Museum of Art,
New York
Sammlung der Dresdner Bank, Bayreuth
Sammlung der Nord/LB , Hannover

     
         
     
         
       
         
         

 

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